Es gibt relativ wenig, das man beim Backgammon falsch machen kann. Trotzdem möchte ich hier auf einige wenige mögliche Fehler hinweisen, und wie im Falle des Verursachens damit umgegangen werden kann.
Würfeln
Beim Würfeln müssen beide Würfel gleichzeitig geworfen werden. Gewürfelt wird immer auf dem Spielbrett, d.h. beide Würfel müssen flach auf dem Spielfeld landen, um genau zu sein muss immer in die rechte Hälfte des Bretts aus der Sicht des Würflers gewürfelt werden. Sollte einer oder sogar beide der Würfel ausserhalb des Spielbretts oder auf der Kante landen, ist der Wurf ungültig und muss komplett, also mit beiden Würfeln wiederholt werden. Ein “teilweise Anrechnen” ist nicht möglich.
Abgeschlossener Zug
Ein Zug gilt dann als abgeschlossen, wenn der Spieler die Würfel wieder aufnimmt. Ab hier kann der Spieler seinen Zug also nicht mehr rückgängig machen. Der Gegner, der nun an der Reihe ist mit Würfeln, nimmt den Zug an, sobald er würfelt oder den Verdoppelungswürfel anbietet. Wird ein ungültiger Zug danach entdeckt, ist das schlichtweg das Pech des Gegners. Wenn er einen ungültigen Zug jedoch zuvor entdeckt und darauf aufmerksam macht, muss der Gegner einen anderen, gültigen Zug tätigen.
Verfrühtes Würfeln
Werden die Würfel vom Gegner aufgenommen, nachdem der Spieler gerade einen Zug getätigt hat, die Würfel selbst aber noch nicht vom Spielfeld genommen hat, gilt der Wurf des Gegners als ungültig, da der Spielzug des Spielers noch nicht offiziell beendet war. Eine Ausnahme ist, wenn ein Gegner keine Züge machen kann. Dann ist der Spieler so lange am Zug, bis sich eine Zugmöglichkeit für den Gegner ergibt.
Immer wenn Profis vom Backgammon sprechen, sprechen Sie auch von Wahrscheinlichkeiten. Das kann dann ganz schnell sehr kompliziert werden. Es wird gerechnet mit Listen, und in Prozenten, es wird mit Farben markiert um zu veranschaulichen und meistens endet man doch mit einem zu Anfang wissbegierigen “Schüler”, der dann doch nur Bahnhof versteht und sich das Gähnen kaum unterdrücken kann. Und neben der Wahrscheinlichkeit steht da dann auch noch das Glück, welches, vor allem in den Augen des Laien, eigentlich viel gewichtiger ist als die Wahrscheinlichkeit, in den Augen des “Profis” dagegen sind die Wahrscheinlichkeit und das Glück fast das selbe.
Wobei der Laie natürlich zusätzlich noch die Intuition mit ins Spiel bringt, vor allem wenn der Laie weiblich ist. Und oftmals scheint das auch zu funktionieren. Und wie sieht es dann statistisch aus, – wer gewinnt öfters?
Meist der Profi, – doch nicht unbedingt weil er alle Wahrscheinlichkeiten verstanden und berechnet hat, – sondern weil er schon fast im Halbschlaf Spielzüge im Voraus einschätzen kann, und vor allem, weil er im Voraus einschätzen kann, wie sein Gegner reagieren wird , also was passieren könnte, wenn er einen bestimmten Zug tätigt. Der Profi plant im Voraus, was der “Antwortschritt” seines Gegners sein wird und zugleich seinen “Antwortzug” darauf. Das mag jetzt nach Schach klingen, und da liegen Sie auch gar nicht so falsch. Doch das schöne am Backgammon ist, dass es trotz allem viel überschaulicher und schneller ist als Schach, und gleichzeitig doch so viel Spielraum lässt für kleine Gehirn-Knobeleien.
Der Verdoppelungswürfel ist für Anfänger nicht zu empfehlen. Wenn Sie allerdings schon zu den etwas geübteren Spielern gehören ist er eine gute Chance, Ihren Gewinn zu beschleunigen.
Der Verdoppelungswürfel kann zu jeder Zeit während des Spiels eingesetzt werden, muss jedoch immer vor Ihrem Wurf geschehen. Wenn Sie also an der Reihe sind und ein gutes Spiel geplant haben bzw. absehen können, können Sie, bevor Sie einen normalen Wurf tätigen, Ihrem Gegner den Verdoppelungswürfel anbieten. Dieser hat nun zwei Möglichkeiten: Er kann diesen Annehmen, heisst der Wert des Spielausgangs wird verdoppelt, dies trifft auch auf die Punkte zu, die Sie erhalten, wenn Sie alle Steine abgetragen haben, bevor Ihr Gegner einen einzelnen abtragen konnte. Natürlich profitiert Ihr Gegner ebenso davon, sollten Sie verlieren. Danach geht der Verdoppelungswürfel in die Hand Ihres Gegners über und nur er kann im weiteren Verlauf des Spiels den Würfel anbieten. Sollte Ihr Gegner Ihr Verdoppelungsangebot nicht annehmen, so verliert er das Spiel sofort und der Punkt geht an Sie.
Der Gegner hat aber, im Falle dass er die Verdoppelungswette annimmt, auch die Möglichkeit den Würfel gleich nochmals an Sie weiterzugeben und somit nochmals zu verdoppeln, also zu vervierfachen. Die Regeln bleiben die gleichen wie beim einfachen Verdoppeln, sollten Sie das zweite verdoppeln ablehnen, verlieren Sie das Spiel, und Ihr Gegner gewinnt mit dem doppelten Wert.
Sie sehen also, mit dem Verdoppelungswürfel können Sie den Wert des Spiels sehr schnell steigern, was den Ablauf spannender macht, aber natürlich auch gefährlicher. Doch meist ist es ja der Nervenkitzel, den man beim Spiel sucht und nicht die eintönige Langeweile.
Teil 1 war eher für Anfänger gedacht. Wenn es noch darum geht, sicher zu spielen und seine Steine ins Trockene zu bringen.
Wenn Sie jedoch zu den schon geübteren Spielern gehören, sollten Sie das genaue Gegenteil davon tun. Das verwirrt zwar zuerst einmal Ihren noch nicht so geübten Gegner, macht das Spiel im weiteren Verlauf jedoch weitaus interessanter und bietet eine andere Art des Blockens.
So ist ihr Ziel am Anfang nicht, möglichst die vorderen Steine nahe Ihres Hauses ins Haus zu bringen und gleich abzusichern, indem kein Stein alleine stehen bleibt, sondern Sie konzentrieren sich darauf die hinteren Steine, die sich im Haus Ihres Gegners befinden, zu bewegen. Dadurch bauen Sie Barrikaden innerhalb des bevorzugten Bewegungsbereichs Ihres Gegners auf, der dadurch weniger Spielraum hat, seine Steine zu bewegen und damit früher oder später seine barrikaden aufbrechen muss. Diese dann einzeln dastehenden Steine gilt es dann zu schlagen.
Dadurch dass der ungeübtere Spieler dazu tendiert, seine Steine immer im sicheren Doppelpack zu bewegen, können Sie getrost Ihre Barrikaden zu Anfang öffnen und Ihre Steine strategisch verteilen. Ihr Gegner wird so zu Anfang ein einfaches Spiel mit Ihnen wittern, doch das wird sich an dem Punkt ändern, an dem Sie ihre verteilten Steine zu Barrikaden ändern. Denn je breiter Ihre Steine verteilt sind, desto einfacher wird es für Sie dann sie zu schließen. Und hier wird sich Ihr Gegner dann fragen, was da plötzlich passiert ist. Sie werden staunen wie viel länger und spannender ein Backgammon Spiel somit werden kann.